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Von der Kunst, Lernzeiten zu schaffen und zu verteidigen

 

Je geringer der formale Rahmen für Lernen ist, desto herausfordernder ist es. Ein Live-Seminar gibt z.B. so einen (zeitlichen) Rahmen vor. Sich Lernzeiten für Selbstlernphasen einzurichten und diese v.a. einzuhalten, ist für viele eine große Herausforderung - einschließlich mir ;-). 

 

Wie gut, dass wir auf eine Lern-Community mit großer Erfahrung zurückgreifen können. Also habe ich gefragt, welche Strategien es gibt - und bekam von 52 Lernenden z.T. überraschende Ideen. 

Die Umfrage


Die Umfrage bestand aus zwei Teilen: zuerst eine Liste mit zehn Strategien:

  • fixe Lernzeiten im Kalender 
  • wöchentliche Lern-ToDos
  • Lern-Kanban nutzen
  • mit anderen lernen
  • früher aufstehen
  • später ins Bett gehen
  • an anderen Ort gehen
  • Mini-Lernfenster nutzen
  • Lernen öffentlich machen
  • Lernzeiten mit anderen abstimmen

bei jeder Frage konnte man ankreuzen:

  • 👎 genutzt, aber ohne Erfolg
  • 👍 genutzt, erfolgreich
  • 🤷‍♀️ noch nicht genutzt

Im zweiten Teil konnten die Beteiligten im offenen Textfeld ihre Ideen mitteilen. 

 

Insgesamt 52 Menschen haben den Fragebogen ausgefüllt - DANKE!

Die Top 5  der Strategien


Das sind die fünf besten Erfolgsstrategien:

 

💪 Top 1: Mini-Lernfenster nutzen

z.B. beim Warten beim Arzt, auf den Bus oder in der Bahn. 

 

Was braucht es dafür?
Kleine Lerneinheiten To Go ... also Videos, Texte, Lernkarten ... die man sofort zur Hand hat. Dazu eine gute Konzentrations-Fähigkeit.

 

  

💪 Top 2: Wöchentliche Lern ToDos erstellen

z.B. sonntags die Lernwoche planen

 

Was braucht es dafür?

Einen Lernplan, also eine Übersicht an Lernthemen und -Aufgaben mit einer Struktur, was alles auf dem Programm steht - und zu einem passt. 

 

 

💪 Top 3: An einen anderen Lernort gehen

z.B. in ein Café, in eine öffentliche Bibliothek oder sogar in die Natur

 

Was braucht es dafür?
Lernorte, die inspirieren und die Konzentration fördern. Es braucht ein bisschen Zeit, bis man die richtigen Orte gefunden hat.

 

 

💪 Top 4: Später ins Bett gehen

Interessant: kaum jemand kreuzte "früher aufstehen" an.

 

Was braucht es dafür?
Eine gewisse Disziplin, um das späte Lernen nicht ausarten zu lassen, also trotzdem genug Zeit für den so wichtigen Schlaf zu finden. Dazu gehört, auch eine klar umrissene Aufgabe, nach der dann Schluss mit Lernen ist.

 

 

💪 Top 5: Fixe Lernzeiten

z.B. an bestimmten Tagen zu bestimmten Uhrzeiten 

 

Was braucht es dafür?
Einen Eintrag im (digitalen) Kalender und die Haltung, diese Zeiten zu verteidigen oder zu schützen, also wie einen fixen Termin, wie z.B. einen Arzttermin. 

Richtig tolle Tipps


Nur wenn man fragt, bekommt man Antworten ... so banal und zugleich so wichtig. Mir wurde mal wieder bewusst, wie wertvoll es ist, Erfahrungen und Ideen zu teilen. Bei den offenen Fragen kamen nochmal so spannende Ideen dazu, die ich einfach hammermäßig finde.

 

💡 IDEE: sich selbst beim Lernen visualisieren

"Seit neuestem nutze ich als neue Variante, mich vorher beim Lernen zu visualisieren. Dabei achte ich auf positive Dinge sowohl am äußeren Rahmen (Ort, Kleidung, Material etc.) als auch meine Körperhaltung und Mimik. Dabei ist es ganz egal wo, mit wem oder wie ich die Lerneinheit gestalte. Von diesem Bild mache ich ein Screenshot, der dann als "Anker" dient."  Dem kann ich nichts hinzufügen, die Idee spricht für sich!

 

💡 IDEE: Lerninhalte zufällig ziehen

"z.B. Zufalls-Podcasts hören" oder "Lernthemen aus einem Lostopf ziehen und lernen" ... Das werde ich auf jeden Fall ausprobieren!

 

💡 IDEE: Zoom Meeting mit sich selbst

"z.B. Mit mir selbst ein ZOOM Meeting machen, vorher WOOP durchgeführt." Funktioniert bei mir super.

 

Es kamen noch so viele weitere Ideen, die ich gar nicht alle hier aufzählen kann. Dabei ging es um Musik, um Gewohnheiten nutzen, um Timer stellen, um Learncations, Lernziel-Visualisierungen oder auch bestimmtes Vorgehen meiden, z.B. für manche: lernen in Gruppen.

Fazit: Lernzeiten bewusst und individuell gestalten


Lernzeiten zu verteidigen ist ein Teil des selbstgesteuerten Lernens. Dass das eine längere Entwicklung in Stufen ist, habe ich in dem letzten Artikel beschrieben. Es passiert eben nicht von alleine, sondern braucht einen bewussten Umgang damit. Dabei müssen alle einen ganz individuellen Weg gehen. Um diesen zu finden, haben wir nun viele Ideen bekommen.

 

🙏 vielen Dank an alle, die sich an der Umfrage beteiligt haben - auch diesen Austausch finde ich sehr wertvoll!