
Momentan ist wieder so ein Phase, wo ich das Big Picture brauche, um dann den Deep Dive machen zu können.
Denn immer öfter wird aus einem Seminar zur Transferwirksamkeit ein Transformationsprojekt. So wie gerade für eine Kundin. Und jetzt kommt die Tatort-Methode zum Zuge, die ich sehr schätze.
Bei welchen Lernprojekten unterstützt die Tatort-Methode?
Um noch besser bei solchen Veränderungsprozessen begleiten zu können, brauchte ich ein Gerüst (Concept Map), in das sich alles, was ich in Sachen Change bereits gelernt habe und nutze, einfügt: z.B. das Graves Values System Model, die Theory U, NLP, Resilienz, die Transferwirksamkeit u.a. ...
D.h. bei allen Lernprojekten, bei denen es darum geht, einen Überblick zu gewinnen, Zusammenhänge zu erkennen, neue Verbindungen herzustellen und zugleich Details zu erfassen, ist diese Tatort-Methode extrem hilfreich.
Ich habe mich für die Ausbildung zur „Fachkraft für Changemanagement“ (IHK) entschieden, um eine solche Struktur zu erhalten - jetzt, nach erfolgreichem Abschluss kann ich sagen: sie eignet sich ganz hervorragend dafür.
So funktioniert die Tatort-Methode
Im Grunde ist es eine Visualisierungstechnik, bei der man alle Konzepte, Modelle, Methoden, Menschen, Gedanken usw. rund um das Überthema (in diesem Falle Changemanagement in L&D) auf einer (digitalen) Moderationswand visualisiert - das ist meist ein Prozess, der sich über Tage, manchmal auch Wochen, zieht.
Also habe ich meinen Wissensschatz in Sachen organisationaler und persönlicher Veränderung zusammengetragen (es wurde mir erst da richtig bewusst, wie viel das schon ist).
Schritt 1: Sammle alles, was du zu deinem Thema gehört, gelesen, gelernt hast.
Trage alles zusammen, was du schon weißt bzw. was du bereits gelernt oder umgesetzt hast. Nimm dir dafür gerne Tage oder Wochen (wenn möglich) Zeit. Visualisiere alles auf EINEM Board.
Schritt 2: Trete einen Schritt zurück und betrachte die Sammlung.
Diese darf gerne noch unstrukturiert und durcheinander sein - genau darin liegt der Reiz und die Chance. Zwei Methoden passen plötzlich wunderbar zusammen, obwohl sie eigentlich völlig getrennt
in deinem inneren Wissens-Schrank abgelegt sind. Richtig Klasse ist, das im Sparring zu machen.
Schritt 3: Hänge um, verbinde, separiere.
Manchmal überschneidet sich dieser Schritt mit dem zweiten. Hänge deine Post Its um, verbinde sie mit anderen, trenne sie ... und stelle fest, welche neuen Denkweisen sich dazu auftun.
Schritt 4: Füge nun die Struktur hinzu.
Gibt es ein bewährtes Gerüst, einen Prozess? Gibt es Abfolgen? Gibt es Überschriften? Gibt es einen roten Faden? Gibt es einen üblichen Ablauf? Wenn ja, dann visualisiere diese Struktur.
Schritt 5: Fülle nun die Struktur.
Z.B. mit Methoden, Fragestellungen, Maßnahmen, Ideen, Impulsen, Vorgehensweisen etc, indem du dich bei jedem einzelnen Item fragst: wo passt es hin? Wo liefert es einen Mehrwert?
Schritt 6: Bessere immer wieder nach.
Das Ganze ist ein dynamischer, iterativer, systemischer Prozess. Zugleich kannst du schnell neue Informationen, neue Gegebenheiten oder neue Bedarfe zuordnen bzw. bedienen.
Der große Nutzen liegt darin, dass du damit komplexe Themen nicht vereinfachst, sondern handhabbar machst.
Die Change-Architektur nimmt Form an
In meinem Beispiel befinde ich mich gerade noch zwischen Schritt 2 und 3. Ich arbeite mich an einem konkreten Beispiel, das sich glücklicherweise kurzfristig ergeben hat, langsam vor. Ein Prototyp ist am Entstehen.
Auch auf den Austausch mit zwei Kolleg:innen, die sich bald ebenfalls mit Change intensiver beschäftigen wollen, freue ich mich - das wird die Change-Wall mit Sicherheit noch einmal mit neuer Dynamik befeuern.
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