Nach langen langen Jahren zog es mich - zusammen mit Heike - mal wieder nach Abano Terme zum Metaforum Sommercamp.
Wer es nicht kennt: initiiert von dem mittlerweile verstorbenen Bernt Isert kommen jeden Sommer in Italien im Kloster San Marco hunderte lernfreudige Menschen zusammen, um sich selbst neu zu erleben und Neues rund um NLP, Coaching, Systemisches und Persönlichkeitsentwicklung etc. kennen zu lernen.
Nachdem ich vor 17 Jahren bereits Teilnehmerin und vor 15 Jahren selbst dort eine Lerncoach-Ausbildung anbot, gönnte ich mir nun mal wieder die Rolle der Teilnehmerin.
Die Camp-Atmosphäre ...
... ist etwas ganz besonderes. Der kleine etwas verschlafene Ort Abano Terme füllt sich bereits am ersten Wochenende zunehmend mit den Camp-Teilnehmenden - zu erkennen an den orange leuchtenden Seminar-Taschen, den bunten Arm- und Eintritts-Bändchen, den wallenden Kleidern, dem oft silbergrauem Haar (ok, das ist etwas übertrieben. Natürlich gibt es auch Jüngere. Ich würd mal sagen, das Alter liegt bei ca. 45+) und v.a. am immer freundlichen Lächeln und Grüßen beim Über-Den-Weg-Laufen.
Gewohnt wird in mehreren Hotels rund um das Kloster oder - so wie Heike und ich - auf dem Stellplatz direkt neben San Marco und dem dazugehörigen Hotel Mama Margaritha. Es gibt richtig gute sanitäre Anlagen, Strom auf jedem der 30 Plätze und wir durften auch den Poolbereich mitbenutzen. Ein höchst komfortable Location.
Gelernt wird direkt im Kloster und vereinzelt in einem anderen Hotel oder dem Kinosaal des Ortes. Gespeist, getrunken, geratscht und gefeiert wird im Kreuzgang um den Klosterhof - dem zentralen Gemeinschaftsort der Veranstaltung.
Für mich gab es auch viele Begegnungen mit geschätzten Kolleg:innen aus meiner aktiven, früheren NLP-Trainerinnen Zeit - das war richtig schön. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele noch immer hierher kommen.
Lösungsfokussierte Interventionen vom anderen Stern in Teams und Organisationen bei Ben Furman
Heike und ich suchten uns das Seminar mit Ben Furman aus, da er uns mit seinem "ich schaff's" Programm für Kinder und Jugendliche bestens bekannt war und wir den Übertrag auf Teams und Organisationen spannend fanden.
Ben ist ein unglaublich sympathischer, kluger, warmherziger, freundlicher und humorvoller Mann, der uns mit seinen Geschichten über seine Arbeit in der Psychiatrie, Jugendarbeit, Team- und Organisationsentwicklung unterhielt und seinen großen Wissensschatz teilte.
Selbsterfahrung und Geschichten-Erzählen werden in Abano von fast allen Trainer:innen ausgiebig praktiziert, das wusste ich bereits vorher und stellte mich mental darauf ein.
Dennoch brauchte ich eine Weile, bis ich im Seminar mein Bedürfnis nach Struktur und Hirnfutter erfüllt fand. Mein persönlicher Trick: ich notierte mind. 3 Aspekte an jedem Vor- und Nachmittag, die ich richtig gut und gewinnbringend fand - und siehe da: meine Wahrnehmung veränderte sich, das Seminar entwickelte sich richtig gut.
Insgesamt habe ich viele Erkenntnis-Häppchen für die Trainings und das Coaching mitgenommen, sie mit Heike abends bei Kerzenschein reflektiert und bereits vor Ort in bestehende Seminare integriert - insgesamt auf jeden Fall sehr lohnend.
Was steckt hinter VanSpiLearn?
Mir ist der Begriff erst hier in Abano in den Sinn gekommen als Ergänzung zu VanSpiDays und VanSpiRetreat. Die kurze Erklärung: im VAN wohnen, InSPIrationen bekommen und LEARNings finden.
Die etwas längere Erklärung: ich bin gerne in meinem VW-Bus nicht nur auf Reisen in andere Länder oder zu Kurz-Trips unterwegs, sondern auch auf inneren Reisen - oft mit Schreiben und Meditation verbunden. Dazu kommen Treffen mit auch mobil arbeitenden Kolleg:innen oder meine Seminarreisen, bei denen ich nicht im Hotel, sondern im Bus übernachten kann.
Auf dieser Fortbildungsreise gefällt mir, dass ich durch das Leben im und am Bus das Gelernte anders verarbeite und auch der Austausch mit anderen leichter ist.
Und ich mag halt einfach die ganze Atmosphäre ... das Zirpen der Grillen, morgens das Glockenspiel vom Kloster-Turm, das abendliche Zusammensitzen, spontan auf einen Ratsch vorbeischauen, sich beim Abwasch zu treffen usw. Man verbindet sich beim Camping einfach nochmal anders als im Hotel.
Eine Learncation, die sich gelohnt hat
Für uns beide (Heike und mich) war es sehr lohnend - wir fühlen uns reich beschenkt durch Begegnungen, feinen Momenten und natürlich Learnings aus dem Seminar.
Es steht bereits fest: nächstes Jahr werden Heike und ich wieder kommen (in der ersten Camp-Woche) und noch einmal VanSpiLearn in dieser einzigartigen Atmosphäre genießen. Wer kommt noch?
