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35 Jahre mindSYSTEMS - unser Logo ist ein Statement und kein Dekoartikel

Bild von gestapelten Steinen
Einer der unzähligen gestapelten Steine im Wat Phou (Laos)

 

2026 wird mindSYSTEMS 35 Jahre alt, daher wollen wir euch immer wieder in diesem Jahr durch einige Stationen unserer kleinen Unternehmens-Geschichte mitnehmen. 

 

Ein Meilenstein war die Änderung unseres Logos zu den gestapelten Steinen - die damals (es war ca. 2002) noch kein so populäres Deko-Asseccoire waren - und das unser Selbstverständnis klar zum Ausdruck bringt. 

Das Logo als Statement


Wir beauftragten wir Anfang der 2000er unserem Grafiker Attila (attilamann) ein neues Logo zu entwerfen, basierend auf unserer Arbeitsweise, unserer Haltung und unseren Werte. Ein Vorschlag waren die gestapelten Steine, und wir fühlten uns sofort wohl damit.

  • es sieht schön aus und kann jederzeit einen Refresh bekommen
  • es kann in die Hand genommen und gefühlt werden
  • um sie zu stapeln braucht es Konzentration
  • es kann als Wegweiser dienen
  • sie markieren Übergänge
  • manchmal fallen sie um, das ist ok, dann ist Zeit für Neues

 

Genau das spiegelt unsere Haltung wieder:

  • Raum für Updates nehmen, ohne den Markenkern zu verlassen.
  • Erst durch Praktisches hinterlässt Lernen Spuren.
  • Wir beziehen unsere Teilnehmenden stark ein.
  • Wir schaffen Raum für fokussiertes Lernen.
  • Wir bieten Orientierung im Wissensdschungel.
  • Wir lassen zu, dass jede:r individuell und einzigartig ist.
  • Wir lösen Wendepunkte im (Berufs-)Leben aus.
  • Nichts ist für die Ewigkeit, es braucht immer wieder Erneuerung. 

Bedeutung von gestapelten Steinen


Als ich im Januar 2026 den Wat Phou besichtigte (eine aus dem 5. Jhd. stammende Tempelanlage, die noch heute als Heiligtum des Hinduismus und v.a. Buddhismus dient), fielen mir die unzähligen gestapelten Steine auf. Ein guter Anlass, mich etwas näher mit der Kulturgeschichte dieses Symbols zu beschäftigen.

 

🪨 Gestapelte Steine sind eine der ältesten, universellsten menschlichen Zeichenhandlungen überhaupt.

Fast jede Kultur hat sie, aber mit sehr unterschiedlichen Bedeutungen. 

  • Als Wegmarkierung & Orientierung (die älteste Funktion)
  • In Bergen, Wüsten, Schnee- oder Vulkanlandschaften
  • Sie Zeigen: „Hier entlang“ oder „Gefahr“
  • Zu finden v.a. in den Bergen, in Skandinavien, in der Arktis (Inuit-Tradition) oder auf Hochplateaus der Anden
  • Steinmale waren somit lebenswichtige Kommunikation.

 

🪨 In vielen Kulturen ist der Stein die ärmste, aber reinste Gabe:

  • Nichts Lebendiges wird geopfert
  • Nichts Wertvolles geht verloren
  • Er ist niedrigschwellig, also auch für arme Menschen möglich
  • Die Natur bleibt Natur
  • Bedeutungen sind: Dank, Bitte um Schutz, Zeichen von Respekt
  • Sehr verbreitet in: Himalaya-Region, Mongolei und im Andenraum 

 

🪨 Gedenken und Erinnerung: die Steine dienen als stilles Gedächtnis:

  • Für Verstorbene, Unglücke, bedeutende Ereignisse
  • Findet man an Unfallstellen, an historischen Übergängen

 

🪨 Gestapelte Steine als Metapher für Meditation und innere Ordnung:

  • Jeder Stein = ein Gedanke
  • Das Balancieren = Präsenz 
  • Umfallen = Akzeptanz
  • Es geht um das Sein im Hier und Jetzt
  • Werden heutzutage besonders gerne in Spas, Yogastudios oder Meditationsräumen aufgestellt.

 

🪨 Steine markieren Übergänge und Schwellenorte

  • Steinmale markieren häufig Übergänge:
  • Pass → Tal
  • Leben → Tod
  • weltlich → heilig
  • sicher → unsicher
  • Deshalb sieht man sie: auf Pässen, an Flüssen, an Tempelzugängen, an Weggabelungen
  • Symbolik: „Ich bin hier bewusst hindurchgegangen.“

 

🪨 Religiöse Bedeutung im Hinduismus:

  • Gestapelte Steine stehen symbolisch für den heiligen Berg Meru, das Zentrum des Universums.
  • Der Akt des Stapelns ist eine Darbringung, ohne Opfergaben wie Blumen oder Essen.
  • Oft verbindet man damit einen Wunsch oder ein stilles Gebet.

 

🪨 Religiöse Bedeutung im Buddhismus:

  • Jeder Stein kann für eine Absicht, ein Gebet oder einen Moment der Achtsamkeit stehen.
  • Das vorsichtige Balancieren ist Meditation im Tun.
  • Dass die Steine irgendwann umfallen, erinnert an: Vergänglichkeit (Anicca) - nichts bleibt dauerhaft.

 

🪨 Moderne Bedeutung (und Missverständnisse)

Heute gibt es zwei parallele Anwendungen:

 

😁 1.) achtsam, klein, ortsbezogen, respektvoll

ich staple Steine ohne Publikum (nicht fürs Selfie)

 

🙁 2.) problematisch, weil es zu einem Massenphänomen auf Instagram geworden ist, wodurch Biotope zerstört werden (weil Steine gesammelt werden bzw. gute Spots gesucht werden für das beste Foto ...).

 

In einigen Ländern gilt inzwischen: Bitte keine Steine aus kultureller oder ökologischer Rücksicht stapeln!

Wie du Steine achtsam stapeln kannst


Wenn es dich jetzt in den Fingern juckt und du ein inneres Anliegen stapeln möchtest, dann kannst du auf folgendes achten:

  • Frage dich vorher: „ Auch wenn niemand zuschaute, den Stapel niemand zu Gesicht bekäme, ich kein Foto davon machen würde, ich es nicht posten würde - würde ich es trotzdem tun?“.
  • Verwende nur lose Steine, unter denen sich kein Leben o.ä. entwickelt hat.
  • Baue auf keinen Fall bestehende Türme um.
  • Baue kleine (statt möglichst große) Stapel und verbinde sie mit einem inneren Anliegen.