Erst in den letzten drei Jahren habe ich begonnen, strukturierte Retrospektiven zu machen. V.a., um Kund:innen bei ihren Rückblicken noch besser begleiten zu können.
Schon im ersten Jahr stellte ich - oh Wunder - fest, dass es mich wirklich weiterbringt, v.a. weil ich sonst ein sehr intuitiv arbeitender Mensch bin. Da hilft ein geordneter Blick durchaus.
Ich habe meist metaphorische Retros gemacht, also z.B. mit dem Bild von Samen, Früchten, Ernte usw. gearbeitet. Heuer wollte ich es mal ganz anders machen.
Alle Aktivitäten in eine Matrix sortieren
Wenn mich jemand fragt, wonach ich meine Arbeit aussuche, dann sage ich meist: es muss Spaß machen und wenn dann auch noch was bei rumkommt, ist das optimal.
Also habe ich genau diese Maxime in eine Matrix gepackt, die zwei Achsen hat: Spaß und Nutzen / Wirkung - das ist für mich höchst-relevant und daher schon sehr motivierend, mich damit zu beschäftigen..
1️⃣ Schritt 1:
Als erstes habe ich all meine Aktivitäten in sechs Bereiche aufgeteilt:
- Seminare, Trainings, Coaching, Trainingsdesigns, die ich selbst gegeben habe.
- Weiterbildungen, die ich besucht habe.
- Organisatorisches, von Buchhaltung über Rechnungen schreiben bis zu Angebote verfassen.
- Marketing-Aktivitäten, z.B. Blog, LinkedIn-Posts.
- mindSYSTEMS Community, wie z.B. die Stammtische oder Signal-Gruppen
- Kollegiale Netzwerke, wo wir uns unter Kolleg:innen austauschen, unterstützen und netzwerken.
2️⃣ Schritt 2:
Zu jedem Bereich habe ich alle Aktivitäten von 2025 auf digitale PostIts geschrieben und jeweils neben die passende 4-Felder Tafel platziert. Manche Aufgaben oder Trainings habe ich zusammengefasst, andere habe ich einzeln aufgeschrieben.
3️⃣ Schritt 3:
Bei jeder Matrix habe ich definiert, was ich unter "Nutzen / Wirkung / Effekt" jeweils verstehe, z.B. Neukundengewinnung, monetäre Einnahmen, professionelles Auftreten, Verbundenheit spüren ... .
4️⃣ Schritt 4:
Ich habe dann aus dem Bauch heraus die einzelnen PostIts den Felder zugeordnet. Dann ließ ich sie zwei Tage reifen und habe dann an der ein oder anderen Stelle nachgebessert.
5️⃣ Schritt 5:
Zum Schluss habe ich festgehalten, welche Erkenntnisse ich gewonnen habe, wozu ich gerne Ideen entwickeln möchte und was ich im Jahr 2026 ändern möchte.
13 Learnings aus der Retro auf 2025
Nachdem ich (fast) all meine Aktivitäten in die Matrix eingetragen habe, bin ich jeden einzelnen Bereich durchgegangen und meine Erkenntnisse formuliert:
- Sehr schön: nur wenig im roten Bereich, in 2026 soll dort noch weniger auftauchen.
- Statt mich (von Kund:innen) zu Themen überreden lassen, in denen ich mich nicht 150% sattelfest fühle, besser sein lassen.
- Methoden-Seminare mit mehr Struktur aufziehen, dann gefallen sie nicht nur den Teilnehmenden, sondern machen auch mir mehr Spaß.
- In Jahres-Events zu investieren, lohnt sich.
- Eigene Weiterbildung auch in fester Gruppe und live machen, nicht nur selbstgesteuert.
- Marketing Aktivitäten nur ohne zeitlichen Druck, also ohne Plan oder Strategie, die ich abarbeiten müsste. Intuitiv vorgehen ist ok.
- Vorträge auf Kongressen ohne Bezahlung / Aufwandsentschädigung weiter reduzieren.
- Unterbezahlte Seminare sehr reduziert und nur, wenn Sinn- oder Spaßfaktor sehr hoch sind.
- minSYSTEMS Community Aktivitäten sind in genau rechtem Maße und ich schätze es, den Kontakt zu halten.
- In kollegiale Netzwerke etwas hineingeben, bringt mir viel. Zugleich: nicht zu viel von anderen erwarten, sonst wird es enttäuschend.
- Spaß in das Schreiben von Angeboten bringen.
- Herausfinden, ob öffentliche Ausschreibung wirklich ergebnisoffen sind, oder nur pro forma erstellt wird.
- LernCoach-Ausbildungen und train the (e)trainer sind mein Herzensthemen evtl. sogar mein berufliches Ikigai, daher weiter forcieren!
Fazit: ich habe den Eindruck, zum ersten Mal für mich wirklich relevante und handfeste Learnings gewonnen zu haben, mit denen ich sofort etwas anfangen kann.
Mit den Zukunfts-Fragen ging ich im Anschluss in meine persönlichen VanSpiDays, um weg vom Alltag meinen Geist von der Natur inspirieren zu lassen.
VanSpiDays zum Jahreswechsel
Ich fuhr bereits zum dritten Mal am Jahresende raus aus München und rein in die Berge, um mit viel heißen Tee und zwei Wärmflaschen (es war wirklich sehr kalt, va. nachts) relevante Fragestellungen für den Blick in die Zukunft zu formulieren. Z.T. waren sie sehr konkret, wie "was könnte das Jahres-Event 2026 sein" oder "wie bringe Spaß in das Gestalten von Angeboten", z.T. waren es Fragen wie "welche Glaubenssätze darf ich loslassen" oder "wie bin ich eine gute Kollegin" ... .
Am nächsten Tag stand ich dann frühmorgens auf und umrundete in 26km den Walchensee. Genug Zeit also, um mir Gedanken zu diesen Fragen zu machen. Diese hielt ich sofort (via Speech to Text) fest und gehe nun mit frischen Ideen und viel Lust auf das, was kommt, in das neue Jahr.
2026, ich freue mich auf dich!





